Gemeinde Zwingenberg

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Aktuelles aus Zwingenberg

Wasserzweckverband "Mittleres Neckartal" hat Arbeit aufgenommen

Wasserzweckverband hat seine Arbeit aufgenommen – Erstes Teilprojekt soll im kommenden Jahr starten
Nichts Geringeres als die Sicherung der Zukunft der Wasserversorgung von Neckargerach und Zwingenberg hat sich der Wasserzweckverband Mittleres Neckartal zur Aufgabe gemacht. Der Weg und der Anlass zur Gründung des Zweckverbandes wurden im Rahmen der Bürgerinformationsveranstaltung im März und in den Gemeinderatssitzungen in Neckargerach und Zwingenberg im April ausführlich erläutert. Dass das „eigene“ Wasser unser höchstes Gut ist, das es zu schützen und zu erhalten gilt, ging aus bislang allen Sitzungen und Gesprächen hervor. Wie zu Zeiten der Schaffung der erstmaligen Versorgung der beiden Neckartalgemeinden aus den heute noch sprudelnden Quellen – eine könnte wieder reaktiviert werden – handelt es auch in der heutigen Zeit um eine Generationenaufgabe. Während in der Vergangenheit die grundsätzliche Versorgung gewährleistet werden musste, geht es heute um die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Wasserversorgung. Dazu gehört beispielsweise die Anpassung der Versorgung an die heutigen Gegebenheiten. Letztlich wuchsen die beiden Gemeinden in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich – der Wasserbedarf wuchs entsprechend. Doch nicht in allen Bereichen wuchsen auch die Versorgungskapazitäten. So wird der Wasserbehälter im Hasenacker in Neckargerach den heutigen Anforderungen einer gesicherten Versorgung nicht mehr gerecht. Der Wasserbehälter, der die Tiefzone Neckargerachs versorgt, wurde 1951 eingeweiht. Ebenso gelten heute andere Ansprüche an die Qualität des Trinkwassers. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass bereits das Quellwasser oder Rohwasser aufbereitet werden muss, sodass mögliche mikrobielle Belastungen von vorneherein „herausgefiltert“ werden. Diese Aufgabe stellt sich beiden Gemeinden gleichermaßen. Weiterhin sind die Pumpenanlagen, Quellleitungen und Wasserbehälter in einem Alter, das absehbar Sanierungsbedarfe entstehen lässt. Beispielhaft sei hier die Quellleitung im Seebachtal Neckargerachs genannt, die zuletzt auch Rohrbrüche zu verzeichnen hatte. In Zwingenberg erhält die Tiefzone aus dem Tiefbrunnen „Untere Liss“ im Neckarvorland gänzlich unbehandeltes Wasser – eine Versorgungssituation, die so nicht (mehr) sein darf. Gleichzeitig wurde bei Messungen festgestellt, dass die beiden Quellen im Hochbehälter Zwingenbergs mikrobielle Belastungen aufweisen. Diese werden durch die Wasseraufbereitung gänzlich entfernt – das Trinkwasser Zwingenbergs ist einwandfrei und wird ständig kontrolliert – aber auch hier besteht der Bedarf an einer modernen Filteranlage, einer sogenannten Ultrafiltrationsanlage. Aus dieser Situation heraus wurde durch das Ingenieurbüro Fritz-Planung eine Versorgungskonzeption entwickelt, die den Bedürfnissen beider Gemeinden gleichermaßen gerecht wird und zudem durch eine gemeinsame Kraftanstrengung die Wasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte fit machen soll.
 
Der erste Schritt hin zum neuen Versorgungskonzept skizzierte Ingenieur Florian Sylla vom Büro Fritz-Planung in der ersten Sitzung des Zweckverbandes, die im Rathaus Neckargerach öffentlich abgehalten wurde. Bevor es zur Vorstellung des Konzepts kam, wurden Bürgermeister Norman Link und Gemeinderat Stefan Müller zum Vorsitzenden bzw. stellvertretenden Vorsitzenden des Wasserzweckverbandes gewählt. Ingenieur Sylla erläuterte anschließend, dass im ersten Schritt die Versorgungssituation Zwingenbergs geändert werden müsse. Die mikrobielle Belastung der Meissenbrunnenquellen auf der einen Seite und die nicht mehr regelkonforme Einspeisung des unbehandelten Wassers des Tiefbrunnens ins Trinkwassernetz Zwingenbergs müssten dringend in Angriff genommen werden. Die Vorgaben der Fachaufsicht, das Gesundheitsamt des Neckar-Odenwald-Kreises, sind hier eindeutig. So wurde die Verlängerung der Leitung des Tiefbrunnens, die derzeit auf Höhe der Kreuzung „Am Koppenbach / Kurzer Weg“ endet, hin zum Wasserhochbehälter geplant. Der Leitungsverlauf ist der Grafik zu entnehmen.

Die enge Zusammenarbeit der beiden Gemeinden Neckargerach und Zwingenberg wird im weiteren Verlauf der Umsetzung der Gesamtkonzeption durch die Verbindungsleitung zwischen den beiden Gemeinden manifestiert. Es soll ein gemeinsamer Wasserhochbehälter und eine gemeinsame Filteranlage gebaut werden. Ein Teil der Verbindungsleitung wird entlang der Trasse der Tiefbrunnenleitung gleich mit verlegt.
Bevor jedoch die eigentlichen Bauarbeiten starten können, will der Wasserzweckverband nach einstimmigem Votum der Verbandsversammlung, eine möglichst hohe Förderung der Baumaßnahme erreichen. 80% Förderung stehen im Raum, die vom Regierungspräsidium Karlsruhe bewilligt werden könnten. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf etwa 1 Million Euro. Ingenieur Sylla wurde beauftragt die Planungen bis hin zur Antragsreife voranzutreiben, wodurch sich im Hinblick auf die Kosten noch Änderungen ergeben können. Ende dieses Monats muss der Antrag eingereicht sein – eine Bewilligung erhofft man sich im kommenden Jahr. In die Planung aufgenommen werden soll eine Löschwasserleitung, die den Bereich Hochzone Zwingenbergs im Brandfall versorgen soll.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde noch der diesjährige Haushalt des Zweckverbandes beschlossen. Nachdem der Verband erst im Sommer gegründet wurde, hielt sich das Zahlenwerk in Grenzen. Verbandsrechner Tobias Leibfried erläuterte, dass der Haushalt für das 2020 noch im Herbst zur Beschlussfassung kommen soll. Nach dem Beschluss der Entschädigungssatzung schloss Verbandsvorsitzender Norman Link die Sitzung.

Die Grafik stellt die derzeitige Situation und die neue Trasse der Tiefbrunnenleitung dar. Unten links ist die Peter-Kirchesch-Halle erkennbar. Die blaue Leitung ist die aktuelle Tiefbrunnenleitung, die auf Höhe Kreuzung
Die Grafik stellt die derzeitige Situation und die neue Trasse der Tiefbrunnenleitung dar. Unten links ist die Peter-Kirchesch-Halle erkennbar. Die blaue Leitung ist die aktuelle Tiefbrunnenleitung, die auf Höhe Kreuzung "Am Koppenbach / Kurzer Weg" endet. Die neue Leitung (grün) soll aus wirtschaftlichen und technischen Gründen (Hydraulik) oberhalb der Tennisplätze entlang geführt werden und nach der Querung des Koppenbachs in den Straßen "Am Koppenbach" über die "Waldstraße" bis zum Hochbehälter führen.
Die Versorgungsanlagen sind in die Jahre gekommen. Anlässlich der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Wasserhochbehälters im Hasenacker, wurde 1951 ein Wasserfest gefeiert. Unser Bild zeigt die Dorfgemeinschaft beim Umzug am Rathaus. Nach beinahe 70 Jahren im Betrieb ist der Hochbehälter heute nicht mehr zeitgemäß.
Die Versorgungsanlagen sind in die Jahre gekommen. Anlässlich der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Wasserhochbehälters im Hasenacker, wurde 1951 ein Wasserfest gefeiert. Unser Bild zeigt die Dorfgemeinschaft beim Umzug am Rathaus. Nach beinahe 70 Jahren im Betrieb ist der Hochbehälter heute nicht mehr zeitgemäß.

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