Gemeinde Zwingenberg

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Ein geschichtlicher Streifzug

Zwingenberg am Neckar entstand im 14. Jahrhundert vermutlich aus einer Fischersiedlung am Fuße der "Veste Twingeberg". In der Geschichte wird der Name Zwingenberg erstmals 1326 erwähnt. Die bewohnte und gut erhaltene Burg - heute Schloß Zwingenberg - wurde im 13. Jahrhundert erbaut, im Jahre 1364 geschleift und später wieder aufgebaut.

Zwingenberg von oben
Zwingenberg von oben

Sie gehörte ursprünglich den "Edlen von Twingeberg", später dem Geschlecht der "Ritter von Hirschhorn". Nach dem Aussterben dieses Geschlechts am 22.09.1632 kam es wegen des Besitzes zu einem Erbfolgerechtsstreit zwischen den Familien von Wieser und von Goeler, der am 8.02.1746 zugunsten der Familie Goeler endete. Anschließend kam der Besitz an den Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, der ihn am 15.08.1778 seinem Sohn, dem Fürsten Carl August von Bretzenheim, übertrug.

Am 11.01.1808 erwarb Großherzog Carl Friedrich von Baden das Anwesen; Prinz Ludwig von Baden, ein Nachfahre des Großherzogs, ist heute Schloßherr und Besitzer der das Schloß umgebenden Waldungen. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt Zwingenberg den Status einer selbständigen Gemeinde.

Die Einwohner von Zwingenberg fanden ihren kärglichen Erwerb als Tagelöhner im Wald, Kleinlandwirte und Fischer. Etwas Wohlstand brachte die Epoche der Treidelreiterei: Zwingenberg war Station zum Wechseln der Treidelpferde, die Frachtkähne auf dem Neckar stromaufwärts zogen. Wirtschaftliche Impulse löste der Eisenbahnbau 1883 aus. Der Fremdenverkehr war bis zum II. Weltkrieg der bedeutendste Wirtschaftsfaktor. Die romantische Landschaft und ein noch zum Baden einladender sauberer Nackar mit einem schönen Sandstrand lockten viele Gäste an; Carl Maria von Weber komponierte hier für seinen "Freischütz" die Wolfsschluchtszene, Carl Philip Fohr malte, und der Industrielle von Schlick fand hier seine schöpferische Muße.
Der Weltkrieg 1939/45 brachte auch in die kleine Gemeinde, die nur knapp 200 Einwohner zählte, viel Elend; viele Evakuierte und Heimatvertriebene mußten aufgenommen und deren Einbeziehung ins dörfliche Leben realisiert werden.
Heute ist Zwingenberg ein Ort mit rund 720 Einwohnern und einer guten Infrastruktur: Sportzentrum, gute Straßen, eine gesicherte Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, erschlossenes Baugelände usw. sind vorhanden; ortsansässige Firmen bieten Arbeitsplätze. Mosbach und Eberbach sind schnell zu erreichen - die Ballungszentren Heidelberg/Mannheim und Heilbronn liegen nur ca. 40 km entfernt. Zu einer ständigen kulturellen Einrichtung geworden sind die weit über die Region des Unteren Neckars bekannten "Schloßfestspiele Zwingenberg". Die Festspiele werden jährlich von etwa 10.000 begeisterten Festspielinteressierten besucht.

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